Wir trauern um Wilfried Scharnagl

18.10.2018

Am 16. Oktober 2018 ist der langjährige Chefredakteur des Bayernkurier, unser Freund Wilfried Scharnagl im Alter von 79 Jahren in Freising verstorben.  

Ich bin tief erschüttert über den Tod von Wilfried Scharnagl. Er war ein Urgestein der CSU. Wilfried Scharnagl hat den Aufstieg der CSU zur erfolgreichsten politischen Kraft in Europa mitgeprägt und stand wie kaum ein anderer für die Werte, die unsere Partei verkörpert: als Volkspartei Mitte-Rechts, als Heimat für Christliche, Soziale, Liberale und Konservative. Die Liebe zu seiner Heimat hat diesen großen bayerischen Patrioten geprägt.

Ich persönlich verliere mit Wilfried Scharnagl einen Ratgeber und Freund. Nie vergessen werde ich die vielen Gespäche mit ihm, die immer ein kluger, ehrlicher Rat und nachhaltige Denkanstöße für mich waren. Seine Formulierungskraft hat mich immer beeindruckt - klare Gedanken und klare Worte waren sein Markenzeichen. Viele von uns wurden durch ihn geprägt, auch ich. Die CSU in Bayern, im Landkreis Freising und ich ganz persönlich werden Wilfried Scharnagl für sein großes Lebenswerk immer dankbar sein.


Wilfried Scharnagl wurde am 26. Oktober 1938 in Hinterkotten, Kreis Tachau/Sudetenland geboren. Er war politischer Publizist, gewann sein streitbares konservatives Profil und seine Bekanntheit in der Öffentlichkeit während seiner Jahre beim Bayernkurier, der Wochenzeitung der Christlich-Sozialen Union, deren Chefredakteur er von 1977 bis 2001 war.

Scharnagl, schon in den sechziger Jahren zum Bayernkurier gekommen, genoss das besondere Vertrauen von Franz Josef Strauß, der dieses mit dem Satz zum Ausdruck brachte: „Scharnagl schreibt, was Strauß denkt, Strauß denkt, was Scharnagl schreibt.“

Scharnagl begleitete Strauß auf vielen wichtigen Auslandsreisen. So war er dabei, als Strauß Ende 1987 auf Einladung von Michail Gorbatschow selbst nach Moskau flog, wo es zu einer historischen Begegnung zwischen dem Führer der kommunistischen Welt und dem CSU-Vorsitzenden und Bayerischen Ministerpräsidenten kam. Mit den Strauß-Nachfolgern im Amt des CSU-Vorsitzenden, von Theo Waigel über Edmund Stoiber und Erwin Huber bis Horst Seehofer, verband Scharnagl ein freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis.

Scharnagl ist auch als Buchautor bekannt geworden. Er schrieb mehrere Bücher über Franz Josef Strauß und machte, nach dem der Tod von Strauß die gemeinsame Arbeit an diesem Werk jäh beendete, die „Erinnerungen“ des CSU-Vorsitzenden und Bayerischen Ministerpräsidenten publikationsfähig. Scharnagls Buch: „Mein Strauß – Staatsmann und Freund“ ist von der besonderen Nähe des Autors zu Franz Josef Strauß geprägt.

Für Aufsehen sorgte Wilfried Scharnagl 2012 mit seinem Buch „Bayern kann es auch allein - Plädoyer für den eigenen Staat“, mit dem er über die bayerischen Grenzen hinaus eine heftige Diskussion anstieß.

Durch zahlreiche öffentliche Vorträge und Diskussionen, auch bei CSU-Gliederungen in ganz Bayern, und durch Fernsehauftritte galt Wilfried Scharnagl nach Meinung des Monatsmagazins „Cicero“ als „Lordsiegelbewahrer des konservativen Markenkerns der CSU“. Das Magazin „Stern“ sah in Scharnagl eine „Partei-Ikone“ der CSU, die Zürcher „Weltwoche“ ein „CSU-Urgestein“ und einen „Vordenker“ der Partei.

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