Sieben bayerische Schulen mit Europa-Urkunde 2019 ausgezeichnet

07.10.2019

Zusammen mit Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo habe ich am 07.10.2019 in München sieben bayerische Schulen aus allen Regierungsbezirken mit der Europa-Urkunde 2019 ausgezeichnet.

Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger! Sie stehen stellvertretend für die vielen jungen Menschen in Bayern, denen Europa und die europäischen Werte sehr am Herzen liegen. Ihr Einsatz für ein lebendiges Miteinander über Ländergrenzen hinweg ist großartig - sie sind ausgezeichnete Botschafter Bayerns in der Welt! Ich wünsche mir, dass Europa sich bei seinem Weg in die Zukunft zahlreich auf so engagierte, interessierte und kluge Europäerinnen und Europäer wie die Preisträgerinnen und Preisträger verlassen kann.





Europa steht für Demokratie, Frieden, Freiheit, Toleranz, Solidarität und Respekt. Europa vereint Menschen in Gemeinschaft und Freundschaft über Grenzen hinweg. Mit zahlreichen europäischen Projekten und Aktivitäten sind die ausgezeichneten Schulen ein nachahmenswertes Beispiel für alle, das europäische Miteinander im Alltag zu leben. Sie stärken das europäische Bewusstsein ihrer Schülerinnen und Schüler und eröffnen ihnen einen Horizont, mit dem sie für das Leben in einer immer enger international vernetzten Welt hervorragend gerüstet sind. Ich danke den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern für ihr herausragendes Engagement.





a) Niederbayern: Grundschule Lalling
Die Grundschule Lalling pflegt seit Jahren enge Partnerschaften zur französischen Partnerschule in Remy und den tschechischen Partnerschulen in Lhenice und Besiny, u.a. mit gegenseitigen Schulbesuchen und Sprachkursen. Im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Projekts der Klasse 4b wurde das Kinderbuch mit dem symbolischen Titel „Stein für Stein eine Brücke bauen“ gestaltet und für die Partnerschulen ins Tschechische übersetzt. Für das schuljahres- und fächerübergreifende Projekt „Wir wollen Brücke sein“ wurde die Schule bei dem Wettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn. Wir in Europa!“ prämiert. Jährlich am 22.01. befassen sich die Schülerinnen und Schülern mithilfe des Partnerschaftsvereins Lalling-Remy nicht nur mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages, sondern auch mit Frankreich und der französischen Lebenskultur. Austauschtreffen mit französischen Schülern, deren Eltern und Großeltern wirken genau wie gemeinsamer Unterricht nicht nur sprachlichen Barrieren entgegen, sondern stärken das Miteinander über Grenzen hinweg.

b) Oberbayern: Mittelschule-Eichstätt-Schottenau
Die Mittelschule Eichstätt-Schottenau engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich und nachhaltig unter dem Motto „Jugend als Motor der Partnerschaft“ für die europäische Idee. Die Schule blickt auf eine knapp 20-jährige, enge Partnerschaft mit der Partnerschule Chrastava, Tschechien zurück, bei der sich auch die Lehrkräfte und Schulleitungen turnusmäßig austauschen und gemeinsam Fortbildungen besuchen. Der besonders aktive Schüler- und Lehreraustausch knüpft an die bis in die Nachkriegszeit zurückreichenden Beziehungen der beiden Partnerstädte Eichstätt und Chrastava an. Daher ist die Auseinandersetzung mit den historischen Wurzeln der Partnerstadt Chrastava fester Bestanteil des Geschichtsunterrichts in der Eichstätter Mittelschule. Die im steten Wechsel von zwei Schuljahren stattfindenden Austauschbesuche der Schülergruppen bieten ein buntes Programm, u.a. bestehend aus gemeinsamen Unterrichtsstunden, Wohnen bei der Gastfamilie sowie der Empfang durch den jeweiligen Bürgermeister mit einer Diskussionsrunde und vielfältigen Aktionen des Kennenlernens wie traditionellen Darbietungen und gemeinsamen Volkstänzen. Zudem nehmen die Partnerschulen gemeinsam an internationalen sportlichen Aktivitäten teil, etwa am Internationalen Städtecup, einem Fußballturnier mit Schülermannschaften aus Chrastava (Tschechien), Bolca/ Vestenanova (Italien) sowie aus Lwówek und Lwówek Slaski (Polen).

c) Mittelfranken: Markgraf-Georg-Friedrich-Realschule Heilsbronn
Das Europa-Angebot der Markgraf-Georg-Friedrich-Realschule umfasst nicht nur die seit 2003 bestehenden Schüleraustauschprogramme mit Frankreich und Studienreisen mit EU-Bezug, z.B. nach Broadstairs, sondern auch das bilinguale Lernen auf Englisch. So wird seit 2008 im Fach Geschichte eine zusätzliche Schulstunde für die Jahrgangsstufen 7 bis 9 angeboten. Überdies bereiten Trainingskurse die Schülerinnen und Schüler auf den PET-Test der Cambridge University sowie die DELF-Prüfung vor. Auch die Lehrkräfte profitieren von den EU-Bildungsprogrammen, etwa 2017 durch das Förderprogramm Erasmus+ „Lernmobilität von Einzelpersonen“. Innovativ ist überdies das eTwinning-Projekt der Klasse 7a, das die Zusammenarbeit mit Partnerklassen aus Malta, Frankreich und Italien zum Thema „kulturelles Erbe Europas“ sowie das Projekt „European Competition“ umfasst und in ein beim Europäischen Wettbewerb ausgezeichnetes virtuelles e-book mündete. Die Schule blickt auf eine sehr erfolgreiche Tradition bei der Teilnahme am Europäischen Wettbewerb zurück, allein 2017 wurden 16 Aufsätze und bildnerische Arbeiten prämiert, eine davon sogar auf Bundesebene.

d) Oberfranken: Staatliche Berufsschule I, Freiherr-von-Rast-Schule Coburg
Die Staatliche Berufsschule I, Freiherr-von-Rast-Schule zeichnet sich durch ihr nachhaltig europäisches Engagement aus. Seit 2009 findet das Partnerschaftsprogramm „Partners Pro Internship – PPI“ mit mehreren Schulen aus Belgien, Schweden, Österreich und Deutschland statt. In mehrwöchigen Praktika erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Betriebe in Vöcklabruck (Österreich), in Göteborg (Schweden) oder in Waregem (Belgien). Auch die Lehrkräfte engagieren sich bei internationalen Treffen, bspw. zum 20-jährigen Bestehen des europäischen Projekts der HTL Vöcklabruck mit Schulen aus Italien, Spanien, Belgien, Schweden und Deutschland oder beim Partnertag in Waregem, Belgien. Gedenkveranstaltungen, etwa 2018 zum Ersten Weltkrieg, aber auch der Europatag, die Europaprojektwoche sowie 2017 das Lutherjahr („Luther und Europa“) gehören zur Internationalisierungsstrategie der Schule. Bereits 2014 wurde von Seiten der Freiherr-von-Rast-Schule eine Gedenkveranstaltung in Coburg zum Beginn des Ersten Weltkrieges mit belgischen und deutschen Schülerinnen und Schülern initiiert. Die Schule wurde 2017 mit dem Coburger Europa-Preis durch das Europe Direct Informationszentrum ausgezeichnet.

e) Oberpfalz: Berufliches Schulzentrum Matthäus Runtinger Regensburg
Das Berufliche Schulzentrum Matthäus Runtinger hat sich seit fast 30 Jahren enorme Verdienste um den europäischen Gedanken erworben und verfügt seit 2010 über eine Fachbetreuerstelle „Internationale Projekte“. Durch die seit den 90er Jahren bestehende Schulpartnerschaft mit der Obchodni akademie Pilsen, gegenseitigen Hospitationen sowie gemeinsame sportliche und kulturelle Projekte erhalten die Schülerinnen und Schüler bei Praktika in Tschechien praktische Einblicke in das Nachbarland (Förderung durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond). 2010 wurde die langjährige Initiative „Freiwilliger beruflicher Praktika“ durch Tandem mit der Auszeichnung „Good Practice“ gewürdigt. Seit 2012 ergänzen u.a. dreiwöchige Fortbildungen (Leonardo-Mittel bzw. Erasmus+) an das College of Central London das bilinguale Lernangebot. Das Engagement im Rahmen des strukturierten Dialogs zur EU-Jugendpolitik, etwa durch Diskussionen mit Europaabgeordneten am Europatag, und Projekte zur Völkerverständigung unter dem Motto „Freundschaft säen, Frieden ernten“ runden das europäische Profil der Schule ab.

f) Schwaben: Dossenberger Gymnasium Günzburg
Das Dossenberger Gymnasium engagiert sich Jahren sehr erfolgreich bei EU-Bildungsprogrammen, etwa im Erasmus+ Projekt „Liberté-je t’aime“ von 2016 bis 2018 aber auch bei Lehrkräftefortbildungen. Im Schuljahr 2017/2018 erklärte die Schule „Europa“ zum Jahresthema, aktuell läuft das Erasmus+ Projekt „Solidarité“: A vous les jeunes!“. Dabei beschäftigen sich Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe in Zusammenarbeit mit Partnerschulen aus Griechenland, Italien und Schweden in französischer Sprache mit Aspekten der „Solidarität in Europa“: u.a. Stärkung der Schulgemeinschaft, präventive Maßnahmen gegen (Cyber)Mobbing, Einheit in Europa für die Zukunft, verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt. Jährlich finden in den beteiligten Ländern internationale Treffen statt, bei denen die Schüler Ergebnisse zu jeder Thematik erarbeiten, präsentieren und diskutieren. Spezielle P-Seminare mit Europa-Bezug wie das Projekt „Interkultureller Austausch mit Vertretern der spanischsprachigen Kultur“ sowie Austausche mit Partnerschulen in England, Frankreich, Tschechien, Ungarn, Spanien und Italien runden das europäische Profil der Schule ab.

g) Unterfranken: Karl-Theodor-von-Dalberg Gymnasium, Aschaffenburg
Das Karl-Theodor-von-Dalberg Gymnasium verfügt über zahlreiche Austauschprogramme und internationale Kontakte, u.a. mit Saint-Germain-en-Laye, Frankreich, mit der Provinz Venedig, mit Schottland und mit Spanien. Zum europäischen Profil der Schule trägt der bilinguale Unterricht der Fächer Geschichte, Geographie, Wirtschaft und Recht, Biologie und Physik auf Englisch und Französisch bei, der neben dem Erhalt anerkannter internationaler Sprachzertifikate ab dem Schuljahr 2019/2020 auch den bilingualen Schulabschluss – das deutsch-französische Abitur AbiBac – ermöglicht. Das Gymnasium zeichnet sich durch innovative Europa-Projekte aus, z.B. die Bewerbung als Botschafterschule des Europäischen Parlaments 2018/2019, europapolitische Bildungsveranstaltungen wie „Jugend debattiert“ oder „Zur Sache Europa“ mit Lokalpolitikern, Studienfahrten nach Brüssel oder zum Europäischen Parlament nach Straßburg sowie die Teilnahme am Strukturierten Dialog zur EU-Jugendpolitik mit dem Wahlkurs „Modellparlament“ (European Young Parliament, Model European Parliament Kerkrade und Model United Nations) und eine Kooperation mit der Europa-Union.